PDC Rückblick

Nach einer rastlosen Woche bleibt vor dem Rückflug nach Amsterdam ein bißchen Zeit für ein Resüme: Was waren die großen Themen dr PDC05?
Das große Megathema war natürlich Windows Vista. Der Releasetermin steht nach Auskunft von Jim Allchin absolut fest: Herbst 2006. Und zwar, so Allchin, nicht, weil das Marketing es so fordert, sondern weil die Software-Engineering Prozesse bei Microsoft so tiefgreifend überarbeitet wurden, dass eine verläßlich Releaseplanung möglich ist.
Die WinFX API wurde offiziell vorgestellt, aus Avalon wurde die Windows Presentation Foundation, aus Indigo das Windows Communications Framework. Alles nichts wirklich Neues, dafür eine Bestätigung und Konkretisierung der bisherigen Ankündigungen.
WinFS ist zwar aus der offiziellen Vista Release herausgenommen worden, aber das heißt nicht, dass WinFS Tot ist. Ganz im Gegenteil: "Wir haben WinFS etwas nach hinten geschoben, um sicher zu sein, dass wir hier alles richtig machen. Möglicherweise kennen unsere Enkel nur noch die Sicht auf die Daten, die wir heute mit WinFS begründen." sagte einer der WinFS Program Manager. Eine erste Beta von WinFS wurde an die Teilnehmer der PDC verteilt.
Den größten Eindruck auf mich machte Anders Hejlsberg mit seiner Vorstellung des LINQ-Projekts und der übernächsten Version von C#. Mit C# 3.0 wird es möglich sein, relationale Datenbanken, XML-Dateien und alle anderen Daten (also zum Beispiel auch NTFS oder WinFs-Verzeichnisse) auf eine Weise abzufragen, die stark an SQL erinnert, dabei aber vollständig Teil von C# ist. Das heißt, mit Type- und Syntax-Checking, Intellisense und all den anderen Features, die möglich sind, wenn der Compiler und die Entwicklungsumgebung weiß, was der Programmierer tun will.
Viele Softwareentwickler, die heute ersthafte Anwendungen schreiben, müssen in zwei Welten zuhause sein: In ihrer Programmiersprache und in SQL. Ich denke, mit C# 3.0 (bzw. VB 9.0) wird die Welt für viele Programmierer viel einfacher. Clemens Vasters beschrieb seinen Eindruck in einem Pressegespräch so: "C# 3.0 bedeutet für mich eine ebenso große Revolution der Art, Software zu entwickeln, wie es der Übergang vom prozeduralen zum objektorientierten Paradigma war". Das Schisma zwischen objektorientierter und Datenbankwelt entfällt, alle Operationen auf Datenbeständen lassen sich dann mit den Mitteln der Programmiersprache erledigen. Oder, wie Anders Hejlsberg, einer der klügsten Köpfe in diesem Bereich, die ich kenne, es ausdrückte: "It ain't be so complicated!"


